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Einzigartig: Die berufliche Vorsorge im Gastgewerbe

Im Gastgewerbe regelt der Gesamtarbeitsvertrag fast alles, sogar die Leistungen und Preise der beruflichen Vorsorge. Eine Besonderheit, die auch ihre Tücken hat.


Die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie und Hotellerie in der Schweiz werden im Wesentlichen geregelt durch den Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes (L-GAV). Darin sind auch die Bedingungen für die berufliche Vorsorge definiert, was es so in keiner anderen Branche gibt, wie Martin Smith, Experte im Bereich Gastronomie bei der pensionskasse pro, erklärt: «Speziell ist, dass sowohl die Leistungen als auch die Beiträge für die berufliche Vorsorge im L-GAV vorgeschrieben sind. Dies führt unter anderem auch zur Querfinanzierung zwischen jungen und älteren Mitarbeitenden.»

Einseitiges Angebot für Gastronomiebetriebe

Die meisten Vorsorgeeinrichtungen sehen deshalb davon ab, Gastronomiebetriebe zu versichern. Entsprechend einseitig ist das Angebot: Die berufliche Vorsorge wird fast ausschliesslich von den zwei grossen Branchenverbänden abgewickelt. «Die strikten Vorgaben des L-GAV machen für die durchschnittlichen Angestellten durchaus Sinn», findet Martin Smith, «doch sie erschweren es, individualisierte Lösungen zu finden. Viele Betriebsleiter täten gut daran, ihre Möglichkeiten zu prüfen und Alternativen zu den grossen Anbietern in Betracht zu ziehen.»

Individuelle Vorsorgelösung

Einer, der nach neuen Ideen gesucht und eine massgeschneiderte Vorsorgelösung der pensionskasse pro gefunden hat, ist Michael Atassi, Geschäftsführer des aquabasilea in Pratteln. Sein Personal ist zu den Bedingungen des L-GAV versichert und profitiert daneben von Zusatzleistungen, die spezifisch ausgearbeitet wurden. Zudem hat die gesamte Geschäftsleitung einen individuellen Vorsorgeplan. Da alles bei der pensionskasse pro versichert ist, profitiert er von Effizienz- und Synergiegewinnen. Michael Atassi ist sicher: «Diese Lösung ist für uns sehr wichtig. Sie ist ein Gewinn für alle Mitarbeitenden und macht das aquabasilea zu einem attraktiveren Arbeitgeber. Für mich ist es auch beruhigend zu wissen, dass meine Leute gut versichert sind.»

Ausnahmen des Gesamtarbeitsvertrags

Ausgenommen vom L-GAV sind alle Betriebsleiter, Direktoren und deren Familienmitglieder, zudem verschiedene Betriebsarten wie zum Beispiel Kantinen, die nur betriebseigenes Personal bedienen. Sie alle könnten sich zu anderen, besseren Bedingungen versichern lassen. «Viele Verantwortliche wissen gar nicht, dass dies möglich wäre», erklärt Martin Smith, «doch spezielle Vorsorgepläne machen gerade für Mitarbeitende des Kaders Sinn».

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